Mitte Juni – aber an Sommer ist nicht zu denken. Kein einziger Tag zum Baden. Nicht mal der Pool ist warm geworden. Was viele als „schlechtes Wetter“ abtun, ist in Wahrheit ein Zeichen dafür, dass sich gerade etwas Grundlegendes verändert. Das Klima spielt nicht verrückt – es zeigt uns sehr klar, wohin wir unterwegs sind.
Was wie ein komischer Wettertrend aussieht, ist das neue Normal – und vielleicht der Anfang von etwas viel Größerem.
Wir haben den 12. Juni.
Eigentlich müsste der Garten schon längst wieder zum Leben erwacht sein: Kinder im Pool, Grillduft in der Luft, der typische erste Sonnenbrand.
Aber dieses Jahr? Kein Tag über 25 Grad, keine Sonne, die länger bleibt. Der Pool steht da – leer, kalt, fast ein bisschen traurig. Und das ist nicht einfach nur „ein seltsamer Frühling“.
Was wir da draußen gerade erleben, ist Teil eines größeren Problems.
Der Klimawandel bedeutet nicht nur „alles wird heißer“. Er bedeutet: Das Wetter wird unberechenbarer. Der Jetstream – so eine Art Luftstrom, der unser Wetter beeinflusst – kommt aus dem Takt. Dadurch entstehen genau solche Phasen wie jetzt: Hier Regen und Kälte, woanders extreme Hitze oder Dürre.
Und während wir auf den Sommer warten, rutscht das globale Klima auf eine gefährliche Kippe zu.
Forschende sprechen von sogenannten Kipppunkten.
Das sind Schwellen im Klimasystem, die man besser nicht überschreitet – weil dann Prozesse starten, die man nicht mehr stoppen kann. Der Amazonas kippt gerade vom CO₂-Speicher zum CO₂-Problem. Der Permafrostboden taut schneller auf als gedacht und setzt Methan frei. Und das antarktische Meereis schmilzt in einem Tempo, das vor ein paar Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte.
Diese Dinge wurden alle vorhergesagt – aber viele dachten, das passiert irgendwann später. 2100 vielleicht.
Jetzt ist klar: Später ist jetzt.
Und trotzdem hört man aus der Politik weiter:
„Technologieoffenheit“, „freiwillige Maßnahmen“, „erstmal prüfen“.
Aber das Klima verhandelt nicht. Es reagiert – auf das, was wir in den letzten Jahrzehnten in die Atmosphäre gepustet haben. Was wir jetzt erleben, ist die Quittung.
Was wir bräuchten, ist kein bisschen mehr Solar hier und ein Förderprogramm da.
Wir brauchen einen echten Kurswechsel. Richtig groß gedacht.
Weniger Emissionen. Radikale Reduktion. Und nicht 2045, sondern ab sofort.
Und ja, das klingt anstrengend.
Aber was ist die Alternative? Ein Sommer ohne Sommer? Eine Zukunft mit Wetterchaos als Normalzustand?
Vielleicht kommt er ja noch, der Sommer 2025. Vielleicht wird der Pool doch noch warm.
Aber ehrlich: Die wirklich wichtige Frage ist doch – ob wir endlich warm werden mit der Realität.